Trächtigkeit und Geburt

Trächtigkeit und Geburt

 

Trächtigkeit einer Katze erkennen

 

Es gibt mehrere Anzeichen, um eine Trächtigkeit bei einer Katze erkennen zu können:

• I.d.R. schwellen die Zitzen der Katze ca. 2 Wochen (15.-18. Tag) nach der Befruchtung an, werden härter und nehmen eine rosa-rötliche Farbe an.

• Die Katze hat einen gesteigerten Appetit, ggf. tritt Übelkeit und Erbrechen auf.

• Der Bauch der Katze wird mit der Zeit größer und sie nimmt 1-2 Kilo zu.

• Die Katze sucht immer wieder die Nähe zu Menschen.

 

Ein Tierarzt kann ab der zweiten Woche mittels Ultraschalluntersuchung feststellen, ob die Katze trächtig ist. Ab der siebten Woche kann durch eine Röntgenaufnahme i.d.R. die Anzahl der Kitten bestimmt werden. Kurz vor dem Wurfdatum ist die Bestimmung der Kitten-Anzahl jedoch am genausten. Diese Information ist wichtig, da man bei der Geburt genau weiß, wann das letzte Kitten geboren wurde und somit der Geburtsvorgang abgeschlossen ist.

 

 

Vorbereitungen auf die Geburt

 

Bereiten Sie Ihrer Katze eine Wurfbox vor. Gut geeignet sind Kartons, die etwas höher sind. Der Deckel sollte leicht zu öffnen sein, damit man im Notfall eingreifen kann. Die Wurfbox kann mit saugfähigen Einlagen (z.B. Inkontinenzeinlagen aus dem Sanitätshaus) ausgelegt werden. Bitte verwenden Sie keine Frotteehandtücher, da sich dort die Kitten mit den Krallen drin verheddern können. Unter den Einlagen können durchaus Handtücher sein, damit es kuscheliger wird.

 

Halten Sie auch Handtücher zum evtl. Trocken-/Wachrubbeln der Kitten bereits, falls die Mama sie nicht selbst trockenleckt.

Für die tägliche Gewichtsbestimmung sollte eine kleine Waage besorgt werden. Am besten eignet sich eine Babywaage mit grammgenauer Anzeige.

 

Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass die Katzenmutter Ihre Babys nicht annimmt oder zu wenig Milch produziert, müssen die Kitten mit einer speziellen Aufzuchtmilch und Saugflächen für Katzenbabys gefüttert werden.

 

Wichtig ist auch, dass die trächtige Katze ca. 10 Tage vor dem ausgerechneten Wurfdatum entwurmt wird.

 

 

Kurz vor der Geburt

 

Eine Norwegische Waldkatze ist ca. 9-10 Wochen (i.d.R. 63-65 Tage) trächtig.

 

Es gibt mehrere Anzeichen, dass die Geburt bald bevorsteht:

• Die Katze verweigert die Nahrung.

• Sie wird unruhig und will sich ständig putzen.

• Vielleicht wird die Katze lauter und sucht nach einem ungestörten Ort.

• Es kommt zu Kontraktionen im Unterbauch.

 

Das eindeutigste Zeichen ist jedoch, wenn ein dunkler, dickflüssiger Scheidenfluss auftritt. Dann sollte die Geburt zeitnah beginnen.

 

 

Die Geburt

 

Die Eröffnungswehen können mehrere Stunden dauern. Die darauffolgenden Presswehen sind kräftiger und man kann wellenförmige Bewegungen sehen. Die meisten Katzen putzen sich vermehrt am Hinterteil. Jetzt sollte es nicht länger als 90 Minuten dauern, bis das erste Kitten kommt. Zwischen den Kitten dürfen maximal 2 Stunden liegen.

 

Im Normalfall wird die Katze die Plazenta (Nachgeburt), die jedes einzelne der Katzenbabys umgibt, sofort auffressen. Achten Sie darauf, dass alle Nachgeburten aus der Katze gekommen sind und die Katze alle Nachgeburten frisst. Anschließend wird sie die Kitten von der Fruchthülle befreien und die Nabelschnur durchbeißen. Die Katze leckt die Näschen und Mäulchen ihrer Babys, um Furchtwasserrückstände zu entfernen und den Atemreflex zu stimulieren. Wenn die Katzenbabys dann ihre erste, lebenswichtige Muttermilch getrunken haben, kann sich die frischgebackene Mama um sich selbst kümmern. Den Weg zu den Zitzen finden die Kätzchen alleine. Oft lässt die Katze ihre Babys erst trinken, sobald auch das letzte Kitten zur Welt gekommen ist.

 

Sollte sich die Mutter nicht um die Kitten kümmern, muss der Mensch als Hebamme eingreifen. Die Fruchtblase muss vorsichtig mit den Fingern aufgerissen und die Nabelschnur etwa zwei Zentimeter vom Bauch des Kitten durchgeknibbelt werden. Bitte die Nabelschnur auf keinen Fall mit einer Schere oder einem Messer durchtrennen! Dabei kann es nämlich zu starken Blutungen kommen. Anschließend muss das Gesicht und Mäulchen vom Schleim befreit und das Kitten mit warmen Tüchern behutsam abrubbelt werden. Nun sollte man das Kätzchen der Mutter wieder unterzulegen, meist nimmt sie es an und es ist keine Handaufzucht erforderlich.

 

Der Tierarzt sollte verständigt werden, wenn:

• nach 90 Minuten Presswehen bzw. zwei Stunden seit der letzten Geburt noch immer kein Kitten kommt.

• die Katze einen weißen oder übel riechenden Ausfluss hat.

• die Katze stark blutet.

• ein Kitten im Geburtskanal feststeckt und ein vorsichtiges Ziehen nicht hilft.

• die Katze weiterhin presst, aber alle Kitten schon auf der Welt sind.

• die Katze sehr unruhig oder panisch wirkt.

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