Trächtigkeit und Geburt

Trächtigkeit und Geburt


Trächtigkeit einer Katze erkennen


Eine Norwegische Waldkatze ist ca. 9 Wochen (i.d.R. 63-65 Tage) trächtig. Es ist jedoch in Ausnahmefällen möglich, dass die Tragzeit nur 61 oder sogar 72 Tage dauert.


Es gibt mehrere Anzeichen, um eine Trächtigkeit bei einer Katze bereits nach 2-3 Wochen erkennen zu können:

• I.d.R. schwellen die Zitzen der Katze an, werden härter und nehmen eine rosa-rötliche Farbe an.

• Die Katze hat einen gesteigerten Appetit, ggf. tritt Übelkeit und Erbrechen auf.

• Der Bauch der Katze wird mit der Zeit größer und sie nimmt 1-2 Kilo zu.

• Die Katze sucht immer wieder die Nähe zu Menschen.

• Die Katze schläft deutlich häufiger.


Ein Tierarzt kann ab der zweiten Woche mittels Ultraschalluntersuchung feststellen, ob die Katze trächtig ist. Ab der siebten Woche kann durch eine Röntgenaufnahme i.d.R. die Anzahl der Kitten bestimmt werden. Kurz vor dem Wurfdatum ist die Bestimmung der Kitten-Anzahl jedoch am genausten. Diese Information ist wichtig, da man dann bei der Geburt weiß, wann das letzte Kitten geboren wurde und somit der Geburtsvorgang abgeschlossen ist.



Vorbereitungen auf die Geburt


Bereiten Sie Ihrer Katze eine Wurfbox vor. Gut geeignet sind Kartons, die etwas höher sind. Der Deckel sollte leicht zu öffnen sein, damit man im Notfall eingreifen kann. Die Wurfbox kann mit saugfähigen Einlagen (z.B. Inkontinenzeinlagen) ausgelegt werden. Bitte verwenden Sie keine Frotteehandtücher, da sich dort die Kitten mit den Krallen drin verheddern können. Unter den Einlagen können durchaus Handtücher sein, damit es kuscheliger wird. Halten Sie auch Handtücher zum evtl. Trocken-/Wachrubbeln der Kitten bereits, falls die Mama sie nicht selbst trockenleckt.


Für die tägliche Gewichtsbestimmung sollte eine kleine Waage besorgt werden. Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass die Katzenmutter Ihre Babys nicht annimmt oder zu wenig Milch produziert, müssen die Kitten mit einer speziellen Aufzuchtmilch gefüttert werden. Daher ist es wichtig, bereits vor der Geburt ein Saugflächen mit entsprechender Aufzuchtmilch für Katzenbabys zu besorgen.


Wichtig ist auch, dass die trächtige Katze ca. 10 Tage vor dem ausgerechneten Wurfdatum entwurmt wird.



Kurz vor der Geburt


Es gibt mehrere Anzeichen, dass die Geburt bald bevorsteht:

• Die Katze verweigert die Nahrung.

• Sie wird unruhig und will sich ständig putzen.

• Vielleicht wird die Katze lauter und sucht nach einem ungestörten Ort.

• Es kommt zu Kontraktionen im Unterbauch.

• Die Katze sucht häufiger ergebnislos die Katzentoilette auf.


Das eindeutigste Zeichen ist jedoch, wenn Scheidenfluss auftritt. Dann sollte die Geburt zeitnah beginnen.



Die Geburt


Die stetig zunehmenden Eröffnungswehen können mehrere Stunden dauern. Die darauffolgenden Presswehen sind kräftiger und man kann wellenförmige Bewegungen sehen. Die meisten Katzen putzen sich vermehrt am Hinterteil. Jetzt sollte es nicht länger als 90 Minuten dauern, bis das erste Kitten kommt. Zwischen den Kitten dürfen maximal vier Stunden liegen.


Im Normalfall wird die Katenmama die Kitten von der Fruchthülle befreien und die Nabelschnur durchbeißen. Die Katze leckt die Näschen und Mäulchen ihrer Babys, um Furchtwasserrückstände zu entfernen und den Atemreflex zu stimulieren. Anschließend wird die Katze die Plazenta (Nachgeburt) auffressen. Achten Sie darauf, dass alle Nachgeburten herausgekommen und von der Katze gefressen werden.


Sollte sich die Mutter nicht um die Kitten kümmern, muss der Mensch als Hebamme eingreifen. Die Fruchtblase muss vorsichtig mit den Fingern aufgerissen und die Nabelschnur etwa zwei Zentimeter vom Bauch des Kitten durchgeknibbelt werden. Bitte die Nabelschnur auf keinen Fall mit einer Schere oder einem Messer durchtrennen. Dabei kann es nämlich zu starken Blutungen kommen. Anschließend muss das Gesicht und Mäulchen vom Schleim befreit und das Kitten mit warmen Tüchern behutsam abrubbelt werden. Nun sollte man das Kätzchen der Mutter wieder anlegen.


Wenn die Katzenbabys dann ihre erste, lebenswichtige Muttermilch getrunken haben, kann sich die frischgebackene Mama um sich selbst kümmern. Den Weg zu den Zitzen finden die Kätzchen alleine. Manchmal lässt die Katze ihre Babys erst trinken, sobald auch das letzte Kitten zur Welt gekommen ist.


Der Tierarzt sollte verständigt werden, wenn

• sich die Eröffnungswehen über vier Stunden ziehen und noch kein Kitten zur Welt gekommen ist.

• nach 60 Minuten Presswehen bzw. vier Stunden seit der letzten Geburt noch immer kein Kitten kommt.

• die Katze einen übelriechenden Ausfluss hat.

• die Katze stark blutet.

• ein Kitten im Geburtskanal feststeckt und ein vorsichtiges Ziehen nicht hilft.

• die Katze weiterhin presst, aber alle Kitten schon auf der Welt sind.

• die Katze sehr unruhig oder panisch wirkt.

• die Plazenta nach der Geburt des Kitten nicht austritt.

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